

Streifzug durch 125 Jahre Geschichte des Männergesangvereins Allmendshofen
Mit 22 Sängern und 48 passiven Mitgliedern begann der Gesangverein Allmendshofen im Gründungsjahr 1876 sein Wirken in der damals noch selbständigen Gemeinde. Sicher war der kleine Chor in den ersten Jahren nach der Gründung mit viel Idealismus bei der Sache, angesichts der dürftigen Verhältnisse der damaligen Zeit. Es gab kaum Notenmaterial, kein Probelokal, kein Klavier und nur bescheidene Geldmittel standen zur Verfügung. Als Vereinsbeitrag zahlten die Mitglieder 20 Pfennig im Monat. Ältestes Zeugnis ist ein Mitgliederverzeichnis, geführt vom 1. Juli 1876 bis April 1879.
Aus dieser Zeit stammen zwei Quittungen für den Bezug von Sängerzeitungen, die das Kaiserliche Postamt in Donaueschingen ausgefertigt hat, ebenso einen Beleg über eine Gehaltsabschlagszahlung, für die der Vereinsdiener Valentin Bunk quittierte. Auch von einem Dirigenten ist zunächst nirgendwo die Rede. Vermutlich war dies in Personalunion der 1. Vorstand Jakob Wihl, von Beruf Hauptlehrer, der in den Büchern als nicht beitragspflichtig geführt wurde. Da es zu dieser Zeit noch keinen Strom gab, mußte der Verein für die Beleuchtung Öl kaufen. Wie die vorhandenen Rechnungen ausweisen, wurde achtmal im Jahr ein dreiviertel Liter benötigt. Auch damals gab es in ein und demselben Jahr Preissprünge von 45, 27 und 38 Pfennig für die gleiche Menge Öl. Weiter berichten die Unterlagen vom Kauf einer blauen Tuchkappe für den Vereinsdiener und die Benutzung eines zweispännigen Fuhrwerks von Josef Honold zu einem Sängerfest nach Schwenningen für den Preis von 14 Mark. Eine Anna Höfler bescheinigt, daß sie für die Verzierung des Festwagens 2 Mark erhielt. Im Jahre 1877 gab der Verein ein Konzert mit 6 Musikstücken, wie sich aus einer Aufstellung entnehmen läßt. 1879 lud der Verein die Bevölkerung zu einem Tanzkränzchen am Fasnachtsmontag ein. Dies geht aus der Genehmigung des Großherzoglichen Bezirksamts und der Zusammenstellung der Kosten durch Lammwirt Dullenkopf hervor. 1880 ließ die Aktivität für längere Zeit nach, belebte sich aber zwischen 1894 und 1897 wieder. Von da ab begann der Verein nach und nach zu schrumpfen. Den Grund für diesen Rückgang vermutet man vor allem im Entstehen anderer Vereine und häufigem Dirigentenwechsel. Bis zum Beginn des ersten Weltkriegs gelang es nicht mehr, das Doppelquartett, das bei örtlichen Anlässen verschiedenster Art auftrat, zu einem Chor zu erweitern.
Eine Wende trat erst nach dem ersten Weltkrieg ein, als im Jahre 1919 Lehrer Emil Behringer mit Unterstützung des damaligen Bürgermeisters von Allmendshofen, Karl Riegeler, die Neugründung des Vereins gelang. Am Donnerstag, den 19. Juni 1919 versammelten sich abends 20 Uhr im Gasthaus Adler in Allmendshofen eine Anzahl Sänger und Freunde des Gesangs zwecks Gründung eines Gesangvereins. Herr Emil Wehrle begrüßte im Auftrag der Sänger die Versammlung und dankte für das zahlreiche Erscheinen. Der erste Punkt, der zur Besprechung stand, war die Formulierung der Satzung. Im Anschluß daran erfolgte die Wahl des Gesamtvorstandes. Zum 1. Vorsitzenden wurde gewählt: Herr Emil Wehrle. Als 2. Vorsitzender ging Herr Bürgermeister Karl Riegeler aus der Wahl hervor. Zum Schriftführer wurde Herr Josef Fehrenbacher gewählt und als Kassier Herr Josef Fritschi. Zu Beiräten wurden ernannt: Karl Scherzinger sen., Franz Baldus, Wendelin Frank und Josef Rückert. Zum Punkt freie Anträge wurde der 1. Vorsitzende ermächtigt, zur dauernden Erinnerung an die Gründung eine Probe einer Gründungsurkunde sowie ein Vereinsabzeichen-Muster zu beschaffen und der nächsten Versammlung zur Begutachtung vorzulegen. Letzteres wird in Form einer Plakette gewünscht. Zum Schluß wurde die Abhaltung einer Gründungsfeier für Mitte Juli in Aussicht genommen. Mit Dankesworten konnte der 1. Vorsitzende kurz nach 23 Uhr die Versammlung schließen.
Dies geht wörtlich aus dem 1. Protokoll hervor, das in deutscher Schrift niedergeschrieben wurde. Die musikalische Leitung übernahm Lehrer Behringer. Mit persönlichem Engagement und Einfühlungsvermögen ging er an die neue Aufgabe. Daß seine Arbeit erfolgreich war, beweist die Tatsache, daß aus der anfangs kleinen Schar von Sängern bereits bei der ersten Mitgliederversammlung 1920 35 aktive Sänger gezählt wurden. Durch intensive Probenarbeit führte er den Chor zu einem Leistungsniveau, das in der ganzen Region respektvoll anerkannt wurde. Sichtbare Beweise sind die Auszeichnungen und Urkunden bei Wertungssingen, bei denen bereits damals hohe Anforderungen gestellt wurden. Auch die neugewählte Vorstandschaft unterstützte den Dirigenten tatkräftig bei seinen Bemühungen, insbesondere der 1. Vorsitzende Emil Wehrle. 1920 trat der Verein dem Schwarzwaldgau-Sängerbund bei. Auch die Inflation erfaßte den Verein. In der Sitzung vom 9. 9. 1923 mußte die Vorstandschaft wegen der Geldentwertung zu Notmaßnahmen greifen. Es wurde beschlossen, daß Landwirte ihren Mitgliedsbeitrag in Form von Naturalien zu leisten haben, die dem Dirigenten als Entgeld zugewiesen wurden. Von den restlichen Mitgliedern wurde ein Geldbetrag von einer Million Mark eingezogen. Nach der Währungsreform wurde der Beitrag wieder auf realistische 30 Pfennig im Vierteljahr festgelegt.
Ein Höhepunkt in der 125-jährigen Geschichte des Männergesangvereins Allmendshofen war sicherlich 1925 die Anschaffung einer Vereinsfahne. So hieß es in einem Brief, der nach einer Generalversammlung an alle „verehrlichten“ aktiven und passiven Mitglieder verschickt wurde: „Ein Verein ohne Fahne gleicht einem Baume ohne Blatt, der im Frühjahr und Sommer gleich kahl da steht.“ Ein Gefühl des Zurückgesetztseins hat wohl jeder Sänger empfunden, wenn zu einem Feste oder Gesangeswettstreit etc. ausgezogen wurde und er sehen mußte, wie Vereine, die kleiner an Zahl und auch weniger leistungsfähig in gesanglicher Hinsicht gegenüber dem unsrigen, mit wehender Fahne sich präsentierten! So wurde der Beschluß gefaßt, eine eigene Vereinsfahne anfertigen zu lassen und diese dann, weiter im Brief: „In einem Feste einzuweihen, wie es unsere Heimatgemeinde noch nicht gesehen hat und für lange Zeit wohl nicht wieder sehen wird!“ Da unser Verein damals natürlich nicht über die finanziellen Mittel verfügte, wurde eigens für diesen Zweck ein Konzert veranstaltet. Gleichzeitig bat man darum, Spenden, egal in welcher Höhe, doch bitte an den in den nächsten Tagen anklopfenden Sammlern herzlichst bereit zu stellen. Eine überaus großzügige Spende wurde damals vom Kabinettssekretariat von Heiligenberg getätigt. Darin heißt es: „Seine Durchlaucht, Fürst zu Fürstenberg, haben uns beauftragt, Ihnen als Beitrag zur Anschaffung der Fahne 100 Mark zu übersenden.“ Wenn man bedenkt, daß der Herstellungspreis der Fahne, einschließlich allem Zubehör, etwa 550 Mark gekostet hat, eine beachtliche Summe. So stand also der Anfertigung einer Vereinsfahne nichts mehr im Wege. Mit der Herstellung wurde die Paramentsabteilung des Klosters Ofterdingen betraut. In einer Vereinbarung zwischen dem Kloster und dem MGV heißt es in einem Schreiben: „Das zur Verwendung gelangende Material, wie Fahnentuch, rote und weiße Ripsseide, sowie die Goldfransen, müssen von erstklassiger Qualität sein. Fahnenringe, Karabinerhaken, Fahnenstange mit Messingverschraubung, Fahnenspitze (Lyra feuervergoldet), Goldschnur mit Quasten, drei Stück Scherpen in rot und weißem Satin mit Raupen, Rosetten und Goldfransen, ein Köcher aus Leder und ein Wachstuchfutteral, ebenfalls aus einwandfreiem Material!“
Trotz der schlechten allgemeinen finanziellen Lage und hoher Arbeitslosigkeit konnten dank großzügiger Unterstützung durch Brauereidirektor Wehrle im Jahre 1928 11 Sänger mit ihrem Dirigenten zum 10. Deutschen Sängerbundfest nach Wien fahren und nahmen dort an mehreren Auftritten teil. Mit freundlicher Unterstützung des Patenvereins Liederkranz Hüfingen feierte der Verein im November 1929 mit einem Familienabend im Sternensaal sein 10-jähriges Bestehen. Den ersten Vorstandswechsel gab es 1930 und Schneidermeister Karl Pfistert übernahm den ersten Vorsitz.
Es folgte eines der dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte. Die Nationalsozialisten machten sich im ganzen Land breit. Obwohl die Bevölkerung von Donaueschingen und der Umgebung sich lange gegen diese Entwicklung sträubte, wurde sie letztendlich doch von dieser Welle überrollt. Nach der Machtübernahme durch Adolf Hitler verlor die Gemeinde Allmendshofen am 1. 8. 1933 im Zuge der Gleichschaltung ihre politische Selbständigkeit und wurde ein Stadtteil von Donaueschingen. Auch die Vereine wurden politisch dem System unterworfen. Die Gesangvereine waren der Reichsmusikkammer unterstellt. Bei Wahlen konnte nur der 1. Vorstand gewählt werden, die übrigen Vorstandsmitglieder wurden bestimmt. Das Ergebnis mußte der Kreisleitung der NSDAP vorgelegt werden. Prompt wurde dies bei Wahlen des Männergesangvereins beanstandet, weil zu wenig Parteimitglieder im Gremium waren. Jegliches Handeln der Vereine bedurfte der Zustimmung, selbst die Liedauswahl. Das Vereinsleben wurde von den Nationalsozialisten unterwandert und politisch mißbraucht. Aus dieser Zeit stammt auch ein Aufruf an die Vereine, ihre Mitglieder zur Wahl von Adolf Hitler anzuhalten. Trotzdem gingen die Proben weiter und der Verein wirkte auch weiterhin wie gewohnt an der musikalischen Gestaltung des Dorflebens mit.
In dieser schwierigen Zeit wurde der bereits als Schriftführer tätige Druckereibesitzer Fritz Köhl 1935 zum 1. Vorsitzenden gewählt. Mit viel Umsicht und Weitblick steuerte er das Vereinsschiff durch 26 Jahre Vereinsgeschichte. Daneben war Fritz Köhl auch lange Jahre im Präsidium des Schwarzwaldgau-Sängerbundes tätig. Seine erste Aufgabe sah er im gleichen Jahr in einer großangelegten Sängerwerbung. Am 13. und 14. Juni 1936 fand in Donaueschingen das Kreissängerfest mit Konzert, Wertungssingen und Festumzug statt. Das Konzert in der Festhalle wurde von dem Max-Rieple-Quartett mit Max Rieple (Violine), H. Wöhrin (2. Violine) Frau Vogt (Viola) und H. Bender (Violoncello), dem Männer- und gemischten Chor Liedertafel, Leitung K. Hinderschiedt, dem Männerchor des Arbeiter-Bildungs-Vereins Donaueschingen, Leitung H. Mittag sowie dem Männergesangverein Allmendshofen, Leitung Emil Behringer gestaltet. 58 Vereine und ein Quartett aus Zürich nahmen an diesem großen Ereignis teil. Die anschließende Kundgebung nach dem Festumzug im F.F.-Park wurde natürlich von der NSDAP für ihre Propagandazwecke mißbraucht. Im gleichen Jahr vermerkt Schriftführer Josef Herter, daß die Sangesbrüder H. Schorpp, P. Hummel, G. Haug und O. Müller zum Heeresdienst und Sangesbruder E. Ruthmann zum Arbeitsdienst eingezogen wurden.
Nicht jede Teilnahme des Vereins an Wertungssingen wollen wir hier behandeln. Der Auftritt jedoch am 13. Juni 1937 beim Sängerkreis Villingen scheint uns erwähnenswert. Es befindet sich in den Unterlagen hierzu eine Bewertung des Vereins durch Kapellmeister Erich Sauerstein, Karlsruhe und Oberlehrer Ferdinand Frei, Hüfingen. Zu dem Lied „Fackelträger“ stellen sie wörtlich fest: „Das Lied war korrekt einstudiert, dem Vortrag fehlte jedoch die Wärme. Trotzdem war der Gesamteindruck recht gut.“ Zum Lied „Bauer bin ich“ heißt es: „Der Chor klingt recht wohltuend, die Transposition war angesichts der sicheren stimmlichen Bewältigung nicht notwendig! Der Verein ist stimmbildnerisch schon weit fortgeschritten. Der Gesamteindruck sehr gut.“ Weiter vermerken sie: „Das vorgelegte Verzeichnis weist auf einen hochstehenden Dirigenten hin.“ Dieses Urteil wollen wir dem Leser nicht vorenthalten.
1937 bestritt der Verein auch ein Konzert, dessen Erlös ausschließlich dem Winterhilfswerk, einer damaligen sozialen Einrichtung, zu Gute kam. Ab diesem Zeitpunkt wird auch von einem Sängerquartett berichtet. Es waren dies die Sängerkameraden Fritz Köhl (1. Tenor), Josef Münch (2. Tenor), Josef Fritschi (1. Bass) und Karl Scherzinger (2. Bass). Sie sangen bei kleineren Anlässen wie Hochzeiten u.a., wobei sie auch im Auftrag des Vereins unterwegs waren.
Ein wichtiger Bestandteil im Jahresrhythmus des Vereins ist die Fasnet, auch 5. Jahreszeit genannt. Erinnert sei an die vielen MGV-Bälle und an die Teilnahme durch Fußgruppen oder Themenwagen am Fasnachtsumzug. Der Ball im Jahre 1938 stand unter dem Motto „Eine Weltreise im Grafen Zeppelin“. Die Eintrittskarte galt gleichzeitig als Fahrschein der Lufthansa.
Noch einmal konnten die Sänger und ihre Gäste unbeschwert feiern, bevor 1939 der 2. Weltkrieg ausbrach. Im selben Jahr konnte der Verein auf sein 20-jähriges Bestehen seit der Neugründung 1919 zurückblicken und gedachte dies gebührend mit einem Jubiläumsbankett. Trotz der 22 Sänger, die anfangs zum Militärdienst eingezogen wurden, darunter auch der 1. Vorsitzende Fritz Köhl, hielten die restlichen 24 Sänger mit ihrem Dirigenten Emil Behringer den Probenbetrieb aufrecht. In Abwesenheit von Fritz Köhl übernahm dessen Stellvertreter Josef Fritschi die Amtsgeschäfte. Der Krieg fordert die ersten Opfer und 1942 erlischt jegliches Vereinsleben, da drei Viertel der Sänger an der Front sind. Auch die Allmendshofener Bevölkerung erleidet durch die zunehmenden Bombenangriffe schwere Verluste. Der Verein sammelt Spenden und verschickt Feldpostpäckchen, um den Soldaten ihr schweres Schicksal etwas zu mildern. Daß man über die Gaben und Grüße aus der Heimat erfreut war, beweisen die vielen Dankbriefe aus dieser Zeit. Einer dieser Briefe enthält ein Gedicht von Fritz Köhl unter dem Titel „Die Ankunft“. Darin beschreibt er in 14 Strophen die näheren Umstände an der Front und seine Freude über den Erhalt eines Weihnachtspäckchens. 1945 endete der unselige Krieg und diejenigen, die ihn überlebten, standen vor einem Trümmerhaufen.
Aber bereits 1946 regte sich der Wunsch, wieder gemeinsam zu singen. Es wurde ein Gründungsausschuß gebildet, bestehend aus den Sängern Karl Scherzinger, Josef Fritschi, Josef Münch, Hans Behringer, Johann Haiz und Ernst Riegler. Die Gründung des Vereins mußte durch die französische Besatzungsbehörde genehmigt werden. Am Ostermontag, den 22. April 1946 fand die Neugründung im Gasthaus „Grüner Baum“ statt. Zum Vorstand wurde Karl Scherzinger, zu seinem Stellvertreter Fritz Köhl, zum Schriftführer Hans Behringer und zum Kassier Johann Haiz gewählt. Die musikalische Leitung lag in den bewährten Händen von Emil Behringer. Dem französischen Gouvernement mußte eine Liste sämtlicher Mitglieder vorgelegt werden, in der jegliche Zugehörigkeit zur NSDAP-Parteimitgliedschaft, zu NS-Verbänden bis zur Hitlerjugend bzw. Jungvolk anzugeben waren.
Kurz darauf wurde die Probenarbeit wieder aufgenommen und bereits Ende des Jahres konnte man 47 Aktive zählen, darunter auch ganz junge Gesichter. Jeder Auftritt mußte vorher zur Genehmigung vorgelegt werden. Selbst die Mitwirkung am Patrozinium mit anschließender geselliger Unterhaltung. Jeglicher Schriftverkehr war in französischer Sprache zu formulieren, ansonsten wurde die Bearbeitung abgelehnt. Bereits im Jahr darauf unternahm der Chor einen nach heutigen Gesichtspunkten bescheidenen Ausflug zu einer Blütenfahrt ins „Tal“ nach Aselfingen bei Achdorf. Für die Notenbestellung „Der Sängerfreund“ mußte der Verein eine Altpapiersammlung starten, da Papiermangel herrschte. Trotz der wirtschaftlichen Not und der tiefen Depression, in der ganz Deutschland steckte, keimte das Vereinsleben langsam wieder auf und aus den Berichten liest man Optimismus für eine bessere Zukunft. Gemeinsinn bewiesen einige Sänger, die unter Führung von Maurermeister Johann Haiz sich beim Haus von Sängerkamerad Emil Kleiser einfanden, um notwendige Aufräumarbeiten zu erledigen. Das Haus wurde durch einen Volltreffer vollständig zerstört und der Betroffene befand sich noch in russischer Gefangenschaft. Im Jahre 1947 übernahm Fritz Köhl erneut das Amt des 1. Vorsitzenden. Obwohl der Verein 1948 finanziell sicher nicht auf Rosen gebettet war, spendete er den Erlös aus der Weihnachtsfeier von 312,25 DM für caritative Zwecke. Sein 30-jähriges Bestehen feierte der Verein im Saalbau des „Grünen Baum“. Das anspruchsvolle Festbankett wurde vom Orchester Höfler-Raus musikalisch begleitet. Dabei wurde Emil Behringer für insgesamt 50 Jahre Dirigententätigkeit durch Gaupräsident Schick geehrt. In diesem würdigen Rahmen gedachte man auch der gefallenen und vermissten Kameraden. Es sind dies: Mutter Alfons, Mutter Anton, Schorpp Hermann, Hummel Pius, Hall Frank, Hepting Eugen, Willmann Emil, Hall Hermann, Roth Egon, Maier Karl, Müller Karl, Rieple Julius, Staller Max, Rieple Josef.
Von den anfangs bescheidenen Sommerfesten des Vereins auf dem öffentlichen Platz zwischen dem roten Rathaus und der Zehntscheuer wechselte man später auf die Wiese von Josef Münch an der Bahnlinie. Dort lud man am Kirchweihsonntag zur Sichelhenke mit Hammellauf und Belustigung für die Jugend wie Kletterbaum usw. Als dieser Platz wegen der ständig zunehmenden Autos zu klein wurde, suchte man nach einer Ausweichsmöglichkeit. Zweimal wurde das Sommerfest beim Hasenwald oberhalb des neuen Bauhofs abgehalten bis man auf dem Schützenberg eine neue Bleibe fand. Mitglied Albin Meister überließ dem Verein für diesen Zweck sein Gelände. 1950 fand zum ersten Mal das Schützenbergfest mit Armbrustschießen (Tell), Kleintierschau, Kegelbahn, Waldklause mit Bar und reichhaltigem Angebot an Speisen und Getränken statt. Der idyllische Platz erwies sich als Renner und das Schützenberg-Fest wurde bald in der ganzen Region beliebt.
Zwecks Finanzierung eines lang gewünschten Klaviers wurden 10-DM-Gutscheine herausgegeben. Der Schriftführer vermerkt, daß alleine am Jakobi-Fest 60 Gutscheine abgesetzt wurden und so konnte im Juli 1952 für 2400 DM ein gebrauchter Pfeifer-Flügel erworben werden.
1952 wurde auch zum ersten Mal der Allmendshofener Narrenspiegel herausgegeben. Dessen Beiträge stammten überwiegend von oder über Vereinsmitglieder. Begeistert wurden 1953 die letzten Kriegsgefangenen in Allmendshofen mit einem Ständchen begrüßt. Darunter auch Richard Behringer, Sohn des Dirigenten, der zu 10 Jahren Zwangsarbeit verurteilt wurde. „Friede sei ihr Geläut“ – mit diesem Wunsch wurden im gleichen Jahr die zwei neuen Glocken in der Jakobus-Kirche in Allmendshofen feierlich eingeweiht. Die alten Glocken wurden während des Krieges heruntergeholt und zu Waffen eingeschmolzen. Der Verein sang im Gottesdienst zum ersten Mal die Schubert-Messe. Am 22. März 1955 fiel die alte Donaueschinger Festhalle einem Brand zum Opfer. Damit verlor auch der Verein seinen Veranstaltungsort für größere Auftritte.
Am 1. November gleichen Jahres konnte das Ehrenmal auf dem Allmendshofener Friedhof feierlich enthüllt werden. Auf Initiative des MGV wurden dafür ca. 7000 DM aufgebracht. Das Ehrenmal soll an die 58 Gefallenen, 23 Vermissten und 6 Bombenopfer des letzten Weltkriegs erinnern. Es war der letzte Auftritt des Chores unter ihrem beliebten Dirigenten Emil Behringer, der aus Altersgründen den Dirigentenstab in jüngere Hände übergeben wollte. Seine Aufgabe übernahm Chorleiter Brockmann aus Hüfingen.
Im Jahre 1956 feierte der Krankenunterstützungsverein Donaueschingen 1876, eine Organisation der Selbsthilfe, in der auch Allmendshofener Bürger beteiligt waren, im Spiegelsaal im Museum sein 80-jähriges Bestehen. In dessen Annalen fand sich ein Hinweis, daß bereits 1884 auch ein Gesangverein unter Leitung von Oberlehrer Wiehl angegliedert war. Die Vereinsleitung forschte daraufhin nach und stieß auf Nachweise aus dem Jahr 1876. Da man bei der Neugründung 1919 von der Stunde Null ausging, war auf Grund der neuen Fakten der Verein älter als vermutet. Nach Anerkennung des Gründungsjahres 1876 durch den Badischen Sängerbund wollte man natürlich den achtzigsten Geburtstag gebührend feiern. Dies geschah vom 11. bis 13. November mit einem Festbankett, einem Festgottesdienst mit anschließendem Totengedenken am Ehrenmal, Unterhaltungsabend mit Tanz und einem Kinderfest. Im gleichen Jahr wurde der schöne Brauch eingeführt, am Muttertag alle Mütter und Frauen aus Allmendshofen zu einem Kaffeenachmittag mit Unterhaltung einzuladen, was rege in Anspruch genommen wurde. Nachdem Dirigent Brockmann im Januar 1957 wegen einer Versetzung nach Rippoldsau sein Amt aufgab, konnte vorübergehend Otto Werner aus Wolterdingen als Ersatz gefunden werden. Am 21. März 1957 verstarb im Alter von 69 Jahren Gründungsmitglied und Ehrenvorstand Emil Wehrle. Eine Abordnung des Vereins legte am Grab des Verstorbenen in Emmendingen einen Kranz nieder und 1. Vorstand Fritz Köhl würdigte in einer eindrucksvollen Rede die Verdienste des Verstorbenen. Am 4. August machte der Verein gemeinsam mit dem DJK-Fußballverein ein Sommerfest. Bei wunderschönem Wetter wurde auf dem Fußballplatz einiges geboten: Grümpelturnier, Schießbude, Lotterie, Glücksrad, Ballonwettbewerb, Blasmusik und Gesang und als krönender Abschluß ein Feuerwerk. Auf Bemühungen des ersten Vorstandes konnte ab 1. Oktober 1957 Kantor Siegfried Neuber als neuer Chorleiter gewonnen werden. Er war sofort gefordert, da bereits ein Monat später gleich drei Sänger kurz hintereinander heirateten: Konrad Limberger am 8. November, Hubert Honold am 15. November und Albert Preis am 28. November.
Mit einer Gedenkfeier wurde im Mai 1959 der Ehrenfriedhof eingeweiht. 657 Tote beider Weltkriege, darunter viele unbekannte Soldaten und Bombenopfer aus Donaueschingen, haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden. „Sorget Ihr, die Ihr im Leben steht, daß Friede werde“ steht mit großen Buchstaben im Gedenkturm. Der Gesangverein sang „Nun ruhet in Frieden“. Seinen ersten großen Ausflug leistete sich der Verein im selben Jahr an den Comer See. Übernachtet wurde im Hotel Britannia Exelsior in Cadenabbia, das auch Urlaubsort von Konrad Adenauer war. Vielleicht haben dort einige Sänger den damaligen Bundeskanzler getroffen, denn es findet sich bei den Unterlagen Korrespondenz zwischen diesem und dem Verein. Erneut mußte der Verein einen Dirigentenwechsel verkraften. Am 22. März 1960 trat Musikdirektor Franz Beierle sein neues Amt an und es sollte einen Glücksgriff für den Verein werden. Mit einem anspruchsvollen Programm, wie „O Schutzgeist“ von W.A. Mozart, „Nachtgesang im Walde“ mit Hörnerbegleitung von Franz Schubert und anderen, startete der Verein ein Frühjahrskonzert unter dem neuen Dirigenten. Leider mußte der Kassier für diese Veranstaltung ein Defizit von 329,28 DM verbuchen. 1961 wird die Gruppe 8 innerhalb des Schwarzwaldgau-Sängerbundes ins Leben gerufen. Dazu gehören neben den Vereinen aus Blumberg, Bräunlingen, Fürstenberg, Fützen, Hausen vor Wald, Hüfingen, Leipferdingen und Riedböhringen auch unser Verein. Sinn und Zweck dieser Vereinigung ist es, regelmäßig unter wechselnder Regie Sängerfeste auszutragen und dabei mit Massenchören aufzutreten. Am 27. Mai desselben Jahres feierte Emil Behringer seinen achtzigsten Geburtstag. Der Verein widmete seinem Ehrendirigenten zu diesem Jubiläum eigens eine Feier. Im gleichen Jahr wirkte unser Verein beim Oktoberfest des gemischten Chores „Liedertafel 1850 Donaueschingen“ im Bierkeller mit. Auch beim 100-jährigen Jubiläum der Chorvereinigung 1861 Donaueschingen gehörte der Verein zu den Gratulanten. Beide Chöre existieren heute nicht mehr und wurden ein Opfer der neuen Zeit. Für ihre Nikolausfeier, ein bis heute beliebter Kameradschaftsabend, erhielt der Verein 1961 75 Flaschen Freibier von der Fürstlich Fürstenbergischen Brauerei gestiftet. Nach 27 Jahren verdienstvoller Leitung des MGV hat 1962 Fritz Köhl den Vorsitz niedergelegt. Für seine in schwierigen Zeiten umsichtige Führung wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Es folgte als 1. Vorsitzender Ferdinand Biedermann und als Vize Helmut Ebel. Am 10. Oktober 1962 wurde vom Südwestfunk unser Gesang im gesamten Sendebereich bei der Sendung „Durch Stadt und Land” per Rundfunk ausgestrahlt. Zuvor fand am 20. Juni die Aufnahme von sechs Liedvorträgen in der Turnhalle des Gymnasiums statt.
Ein wichtiges Ereignis für Allmendshofen war die Eröffnung des Katholischen Kindergartens St. Ruchtraut am 28. Oktober 1962. Gerne folgte der Verein der Einladung und übernahm die musikalische Gestaltung der Einweihungsfeier. Mit einem großen Programm feierte unser Patenverein „Eintracht“ Fürstenberg am 27. Juli 1963 sein 50-jähriges Bestehen. Mit den Liedern „Pförtners Morgenlied“ von Paul Geilsdorf und „Heimat“ von J. B. Hilber wirkte unser Verein unter Leitung von Franz Beierle am Festbankett mit. Unangenehme Bekanntschaft machte der Verein mit dem Finanzamt. Der Erlös aus der Weihnachtstombola 1963 mußte nachträglich versteuert werden, so daß diese Veranstaltung mit einem finanziellen Minus abschloß. Am 3. April 1965 feierte Dirigent Franz Beierle seinen 70. Geburtstag. Alle Vereine die er leitete, waren angetreten und feierten mit dem Jubilar im Frohsinn-Sängerheim in Schwenningen. Ganz im Zeichen des 90-jährigen Bestehens unseres Vereins stand Donaueschingen am 29. und 30. Oktober 1966. Mit einem Festbankett unter Mitwirkung des Symphonieorchesters Konstanz und den Gesangvereinen aus Donaueschingen wurde dieser Anlaß in der Stadthalle gebührend gefeiert. Bürgermeister Schrempp hob vor allem die Vermittlerrolle des Vereins zur Stadt hervor, nachdem Allmendshofen seine Selbständigkeit verloren hatte. Abschluß der Feierlichkeiten bildete am darauffolgenden Tag ein großes Freundschaftssingen mit dem beeindruckenden Auftritt des Gemeinschaftschors der Gruppe Südbaar. Schon seit längerer Zeit pflegte der Verein engen Kontakt zu dem Komponisten Paul Geilsdorf aus der DDR. Als er zu Besuch bei Emil Behringer weilte, nahm er an einer Probe der Sänger teil. Als Dank für die Unterstützung widmete er dem Verein die Suite „Durch Feld und Hain“.
In der Mitgliederversammlung am 4. März 1967 gab es eine komplette Neubesetzung der Vorstandschaft. Zum 1. Vorsitzenden wurde Helmut Ebel, zu seinem Stellvertreter Eugen Maier, zum Schriftführer Justin Langenbacher und zum Kassier Otto Moser gewählt. Seine Hauptaufgabe sah der neue Vorsitzende darin, den Schützenberg zu einem richtigen Festplatz mit Strom, Beleuchtung, betonierter Kegelbahn und einem Anbau einer Weinlaube an das Schützenhaus zu gestalten. Von den 300 Arbeitsstunden wurden von ihm die meisten abgeleistet. Mit immer neuen Attraktionen aus seiner Denkwerkstatt, wie Tell, Bock usw. wurde das Schützenbergfest zu einem beliebten Treffpunkt. Im gleichen Jahr wurde unserem Ehrendirigenten Emil Behringer die Verdienstmedaille der Bundesrepublik verliehen. Die feierliche Übergabe im Gasthaus Grüner Baum wurde vom Verein ausgerichtet. Nur zwei Jahre dauerte die Vereinsführung von Helmut Ebel, der aus beruflichen Gründen das Amt abgeben mußte. Bevor er am 9. März 1969 seinen Posten an Arno Oesterlein übergab, machte er in seiner Abschiedsrede auf die große Krise unter den Gesangvereinen aufmerksam und betonte, daß die musikalische Leistung im Vordergrund stehen müsse, um das Überleben des Vereins zu sichern. Dies könne nur durch harte und fleißige Probenarbeit erreicht werden. Im selben Jahr unternahm der Verein wieder einen größeren Ausflug ins Montafon. Auch ein Preiskegeln auf der vereinseigenen Bahn auf dem Schützenberg wurde im gleichen Jahr eingeführt. Noch im April 1970 konnte Dirigent Franz Beierle seinen 75. Geburtstag feiern, als er für alle überraschend am 10. August verstarb. Für die Sänger war der Verlust ihres beliebten Dirigenten ein Schock und die Vereinsleitung mußte sich nach einem Ersatz umsehen. Mit Kantor Max Werner aus Villingen wurde ein fähiger Nachfolger gefunden. Um dem Mitgliederschwund entgegenzuwirken, machte sich die Vorstandschaft Gedanken und kam zu dem Entschluß, einen Kinderchor zu gründen. Mit einigen Eltern und Vereinsmitgliedern wurde er am 29. Oktober 1970 ins Leben gerufen. Die musikalische Leitung übernahm Frau C. Satzky. Bereits zur Weihnachtsfeier im selben Jahr stellten sich Max Werner und der Kinderchor dem Publikum vor. Beim „Treffpunkt Donaueschingen“ am 17. April 1971 konnte man erneut den Gesangverein, die Stadtkapelle und ein Baaremer Ländlerquintett im Südwestfunk miterleben. Ein Monat später, genau am 19. Mai wurde Emil Behringer bei bester Gesundheit 90 Jahre alt. Gastgeber für das Gauliederfest vom 4. bis 6. Juni 1971 war die Stadt Donaueschingen. Neben dem Villinger Kammerorchester und dem Gesangverein aus Hüfingen bestritten auch die vier Gesangvereine der Stadt das Eröffnungskonzert. Drei Tage war die Stadthalle Treffpunkt fast aller Chöre aus der Umgebung. Die Organisation dieses Sängerwettbewerbs lag überwiegend in den Händen unseres Vorstands Arno Oesterlein.
Bereits seit 1919 bis 1972 gab es im Gesangverein eine Laienspielgruppe, die sich aus Männern, Frauen und Kindern aus der großen Sängerfamilie zusammensetzte. Die lustigen Theaterstücke wie „Der Dickkopf” oder „Das rettende Tischtuch” wurden anfangs von Fritz Köhl und später durch Helmut Ebel einstudiert. Selbstverständlich wurde zu jedem Thema eine passende Kulisse gebastelt. Bei den Weihnachts-, Advents- oder Jahresfeiern bot ihr Auftritt eine willkommene Abwechslung des Programms.
Ein einmaliges Erlebnis war der Ausflug nach Wien vom 29. April bis 1. Mai 1972. Mit einem Flugzeug der Swissair flogen die Sänger von Zürich/Kloten zum Flughafen Schwechat bei Wien. Untergebracht war man mitten in der Stadt im Hotel „Erzherzog Rainer“. Neben der Besichtigung von Schloß Schönbrunn, Bummel durch den Prater, Weinprobe des Heurigen in Grinzing gab es auch einen Auftritt im Studio des österreichischen Rundfunks bei der Sendung „Autofahrer unterwegs“. Auf dem Rückflug konnte man nachts bei klarer Sicht die Lichter der Städte Salzburg und München ebenso den kompletten Bodensee, eingerahmt von den umliegenden Orten, von oben deutlich erkennen.
Alle Chöre, die unter Leitung von Max Werner standen, vereinte er bei einem großen Konzert 1973 in der Villinger Tonhalle. Es handelte sich dabei um den MGV Marbach, den Kienzle-Werks-Chor, den Männerchor Villingen, den Sängerkreis Villingen und den MGV Allmendshofen. Als Gastchor wirkte der Chor der Bundesministerien mit. Dieser Verein lud alle mitwirkenden Vereine zu seinem 25-jährigen Jubiläum im nächsten Jahr nach Bonn ein. Unser Verein erteilte eine Zusage und beschloß, diese Begegnung mit einem Ausflug zu verbinden.
Im Juli gleichen Jahres feierte der hiesige Fußballclub DJK sein 50-jähriges Bestehen und selbstverständlich gehörte der MGV Allmendshofen zu den Gratulanten. Am 30. Dezember gestaltete unser Verein erstmals in der Stadtkirche St. Johann einen feierlichen Gottesdienst zur Weihnachtszeit. Stadtpfarrer Held war begeistert und schlug vor, dies in den kommenden Jahren beizubehalten. Der Termin wurde jedoch auf den 2. Weihnachtsfeiertag festgelegt. Am 4. Mai 1974 fuhr man nach Bonn, um am Jubiläumskonzert des Chors der Bundesministerien mitzuwirken. Dabei traten imposante Chöre mit bis zu 120 Sängern auf. Aber auch unser Verein, verstärkt durch Sänger aus Villingen, hinterließ einen guten Eindruck mit den Liedern „Kling in die Welt“ und „Pferde zu vieren traben“. Auf der Rückfahrt wurde in Remagen übernachtet bevor am anderen Tag der eigentliche Ausflug an die Mosel begann. Im gesegneten Alter von 93 Jahren ist Emil Behringer, Lehrer, Dirigent und Bienenzüchter am 14. Mai 1974 verstorben. Rückblickend läßt sich sagen, daß es ihm zu verdanken ist, daß der Verein heute existiert und schon damals in der Region einen guten Ruf genoß. 36 Jahre hat er den Verein dirigiert und maßgeblich mitgeprägt. In tiefer Dankbarkeit nahmen die Sänger Abschied von ihrem Ehrendirigenten, dessen Leben ganz im Dienste der Musik stand. Beim Seelenamt sangen sie die von ihm einstudierte Schubertmesse. Kurz darauf mußte der Verein den Verlust des neuen Chorleiters verkraften. Bereits gesundheitlich angeschlagen, verstarb am 15. Juni 1974, wenige Wochen nach seinem 56. Geburtstag, Dirigent Max Werner. „Mitten in dem Leben, sind wir vom Tod umfangen“. Dieses Lied, das er noch kurz zuvor mit den Sängern eingeübt hat, erklang als letzter Gruß an seinem Grab. Mit Kapellmeister Ernst Scherer, der bereits seinen Vorgänger einige Male vertreten hatte, war es der Vorstandschaft gelungen, einen Vollblutmusiker als neuen Dirigenten für den Verein zu gewinnen. Mit reicher Erfahrung im Ausland ging der Musikpädagoge an seine neue Aufgabe. Auch beim Kinderchor gab es mit Frau Isolde Löffel einen Wechsel in der musikalischen Leitung. Nachdem bereits in der Mitgliederversammlung 1970 beschlossen wurde, den Verein im Amtsregister eintragen zu lassen, war dies erst nach mehreren Satzungsänderungen im Jahre 1974 möglich. Bereits bei der konzertanten Jahresfeier am 22. Dezember hatten die beiden neuen Chorleiter ihre erste Bewährungsprobe mit Bravour bestanden. Unter anderem wurden auch von Ernst Scherer überarbeitete internationale Volkslieder vorgetragen. Die neue Stilrichtung fand beim Publikum großen Anklang. 1975 berichtet der Schriftführer über eine einmalige Aktion. Es ging dabei um die „Bachputzete“ an der Juniperusquelle. Da der Ablauf nicht mehr zu erkennen war, griffen die Sänger zu Hacke und Sense, Mähmaschine und Minibagger und reinigten in Eigeninitiative das Bachbett. Diese Gemeinschaftsaktion wurde einige Jahre später noch einmal wiederholt. Im gleichen Jahr feierte unser Patenverein Pfohren sein 50-jähriges Bestehen. Am 8. Juni waren wir beim Festumzug und anschließendem Freundschaftssingen. Auch bei unserem Verein liefen die Vorbereitungen zum 100-jährigen Jubiläum auf Hochtouren. Um optisch ein einheitliches Bild abzugeben, wurde im gleichen Jahr eine neue Sängerkleidung angeschafft. Am 17. Januar 1976 wurden die Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen unseres Vereins mit einem Festkonzert im Sternensaal eröffnet. Neben zwei Solisten war auch das Kammerorchester der Gesellschaft der Musikfreunde und der Kinderchor ins Programm mit einbezogen. Das anspruchsvolle Programm und die monatelange Probenarbeit zahlten sich aus und wurden mit großem Beifall belohnt. Da nicht alle Besucher eine Eintrittskarte ergattern konnten, wurde das Konzert am darauf folgenden Wochenende wiederholt. Beim Festakt am 22. Mai erhielt der Verein die von Bundespräsident Walter Scheel gestiftete Zelter-Plakette durch Landrat Dr. Gutknecht verliehen. Einen Tag später wurde in der Stadtkirche St. Johann ein Festgottesdienst gestaltet. Zur Aufführung kam die „Deutsche Messe“ von Ophoven. Anschließend traf man sich am Ehrenmal, um den verstorbenen Mitgliedern zu gedenken. Beim Festbankett und anschließendem Freundschaftssingen in der Festhalle B am 29. Mai waren viele Vereine angereist, um uns ein Geburtstagsständchen zu bringen. Abschluß des Jubiläumsjahres bildete ein Konzert mit geistlicher Abendmusik zur Weihnachtszeit. Rückblickend läßt sich sagen, daß der Verein mit einer routinierten Vorstandschaft, an seiner Spitze Arno Oesterlein, mit einem exzellenten Dirigenten Ernst Scherer und 53 motivierten Sängern beruhigt in die Zukunft blicken konnte. 1978 machte der Verein einen dreitägigen Ausflug. Ziel der Reise war Südtirol mit der Landeshauptstadt Innsbruck und die Dolomiten. Am 4. Juni machten wir unsere Aufwartung beim Musikverein Aufen zum 50. Geburtstag und unser Verein übernahm die Gestaltung des Festgottesdienstes. Auch am Donaueschinger Herbstfest war unser Verein über mehrere Jahre hinweg beteiligt. Beim Stand unterhalb des Scheffelkellers wurde die beliebte Gulaschsuppe und vieles mehr angeboten. Mit Ferdinand Biedermann verstarb am 15. November 1978 ein verdienter Sänger, Förderer und Mitstreiter des Vereins. Unter dem Motto „Grüß Gott, du schöner Maien“ lud der Verein 1979 zu einem Frühjahrkonzert ein. Es sollte der letzte große Auftritt unter Leitung Ernst Scherers sein. In der Probe am 29. Mai gibt er seinen Rücktritt bekannt. Begründet hatte er diesen Schritt mit Arbeitsüberlastung, und daß ihn die Arbeit beim MGV letztlich nicht befriedige. Er bot seine Mithilfe bei der Suche nach einem Nachfolger an und war bereit, bis zu diesem Zeitpunkt die Probenarbeit fortzuführen. Um ihn zu entlasten, wurde für den Kinderchor, für den er inzwischen auch verantwortlich war, Frau Brenzinger als Ersatz gefunden. Die Proben wurden auf jeden 2. Dienstag reduziert. In den Unterlagen stößt man immer wieder auf Berichte von schönen Wanderungen in der Umgebung, sei es zu Fuß oder per Fahrrad. Anfangs wurden diese von Justin Langenbacher und später von Wanderwart Rolf Doser organisiert.
Auf Initiative unseres Vorstands tagte der Schwarzwaldgau-Sängerbund am 18. November 1979 in Donaueschingen. Rund 200 Delegierte aus 54 Vereinen wurden mit dem „Deutschen Sängerspruch“ begrüßt. Drängendes Thema war der Mangel an Chorleitern, wovon auch unser Verein betroffen war. Mit einer mobilen Chorleiterschule wollte man diesem Mißstand entgegenwirken. In der letzten Singstunde des Jahres 1979 wurde Ernst Scherer verabschiedet. Viele Aktive bedauerten sein Ausscheiden nach fünfjähriger ausgezeichneter Arbeit. Kurz darauf wurde sein Nachfolger, der 37-jährige Venezuelaner Migel Monroy, der in Trossingen Musik studiert, zu seiner ersten Singstunde begrüßt. Er bat um Verständnis für seine Sprachschwierigkeiten und betonte, daß er sich auf die neue Aufgabe freue. Im Kreise seiner Sänger konnte Fritz Köhl am 24. Februar 1980 im Gasthaus Adler seinen 70. Geburtstag feiern. Wegen seiner humorigen Art und menschlichen Wärme ist er bei Alt und Jung gleichermaßen beliebt. Der bekannteste Sohn Donaueschingens, der Heimatdichter Max Rieple verstarb am 21. Januar 1981 mit 79 Jahren. Der Verein ehrte sein Ehrenmitglied mit der Gestaltung des Requiems.
Nach zweijähriger Pause trat der Verein gemeinsam mit dem Kinderchor und dem Akkordeonverein Wolterdingen wieder bei einem Weihnachtskonzert auf. Dirigent Monroy erhielt für diese Leistung ein großes Kompliment. Die Zusammenarbeit mit ihm sollte aber nicht von langer Dauer sein. Die Kündigung nach zwei Jahren begründete er mit dem langen Anfahrtsweg, was besonders in den Wintermonaten für ihn eine Strapaze sei. Auf der Suche nach einem neuen Dirigenten stieß man auf Herrn Josef Theinert aus Schwenningen. Er leitete eine private Musikschule und mehrere Chöre aus Villingen und Schwenningen. Die Sänger waren nach seiner ersten Probe am 4. März 1982 besonders von seiner Stimmbildung angetan. Kurz darauf besteht unser Vorstand Arno Oesterlein an der mobilen Chorleiterschule in Villingen erfolgreich seine Ausbildung als Dirigent. Somit verfügt der Verein über einen versierten Vizedirigenten, in dessen Funktion er bereits früher ausgeholfen hatte. Für einige Jungsänger und Jungsängerinnen war das Jugendchortreffen im Mai in Heidelberg ein unvergessenes Erlebnis. Bei schönem Wetter wurde im selben Jahr das 20. Schützenbergfest zu einem vollen Erfolg.
Eine große Trauergemeinde verabschiedete sich am 14. Oktober 1982 von Fritz Köhl. Obwohl es in letzter Zeit ruhig um seine Person wurde, kam sein Tod jedoch für uns alle überraschend. 63 Jahre hat er dem Verein angehört, davon 12 Jahre als Schriftführer und 27 Jahre als 1. Vorsitzender. Auf persönlichen Wunsch des Verstorbenen sang der Verein am offenen Grab „Land, wir kommen und wir gehn“.
Mit einem stimmungsvollen Abend beging der Siedlerchor sein 25-jähriges Jubiläum, bei dem wir auch zu den Mitwirkenden gehörten. Bei der Generalversammlung am 19. März 1983 wurde bei den anstehenden Vorstandswahlen eine neue Ära eingeleitet. Georg Wild übernahm das Amt des 1. Vorsitzenden, Vize Eugen Maier wurde in seinem Amt bestätigt. Ihnen zur Seite stehen Schriftführer Siegfried Ketterer, 2. Schriftführer Heinz Schmidt und Kassier Hans Rosenstiel. Der neue Vorstand fand für seinen Vorgänger Arno Oesterlein nach 14-jähriger Tätigkeit nur lobende Worte und überreichte ihm als Dank eine Holzplastik mit dem Sämann. Sowohl er als auch der scheidende Kassier Otto Moser wurden als Dank zu Ehrenmitgliedern ernannt. Die neue Vorstandschaft begann eine groß angelegte Mitgliederwerbeaktion. Der Erfolg war 6 Aktive, 20 Passive und 8 Kinder. Erneut startete der Verein zu einem großen Ausflug mit Ziel Budapest. Der Reiseweg führte von Allmendshofen nach Zürich-Kloten. Von dort ging es mit dem Flugzeug direkt in die ungarische Hauptstadt. Mit Stadtrundfahrt, Budapest bei Nacht, Donauschifffahrt und einem Besuch in der Pußta nahm man bleibende Eindrücke mit nach Hause. Auch der Rückflug bei schönem Wetter bleibt unvergessen. Dirigent Josef Theinert stellte sich am 28. Mai 1983 erstmals beim Konzert „Wohlauf in Gottes schöne Welt“ dem Publikum vor. In diesem würdigen Rahmen wurde Otto Moser und Arno Oesterlein für ihr ehrenamtliches Engagement durch Bürgermeister Everke die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg verliehen.
Genau 50 Jahre nachdem Allmendshofen seine Selbständigkeit verloren hatte, warb der MGV mit einem Aufkleber beim Herbstfest für ihren Stadtteil. Dies waren aber keine Bestrebungen zur Rückkehr in die Selbständigkeit. Im November fand im Franziskaner-Konzertsaal in Villingen ein regionales Liedersingen statt. Dabei wurden im nachhinein die Massenauftritte von den Akteuren in Frage gestellt.
Drei Millionen Zuhörer konnten am 2. März 1984 die Live-Sendung „Fröhlicher Alltag“ am Radio miterleben. Aufgeboten waren Heino, Startrompeter Roy Etzel, die Original Stockmihli-Musik, das Hellberg-Duo, der Country-Sänger Jonny Hill, Alfons und Rita Bauer und Jodelkönig Roland Steinel. Bei dieser illustren Gesellschaft durfte der MGV selbstverständlich nicht fehlen. Alle Solisten und der Gesangverein bedankten sich beim Publikum mit dem Lied „Dankeschön und auf Wiedersehn“. Moderiert wurde die Sendung von Werner Simon.
Im Juli 1984 begann die Renovierung der Allmendshofener Jakobus-Kirche. Der Verein half mit in Form von Eigenleistungen. Unerwartet verstarb am 24. Dezember 1984 unser hochverdienter Sänger Otto Moser. Hamburg war der Ausgangspunkt für den dreitägigen Ausflug vom 24. bis 27. Mai 1985. Mit dem Zug fuhr man nachts zum Tor der Welt. Neben dem Besuch der Reeperbahn, Hafenrundfahrt, Kaffee auf dem Fernsehturm, Fischmarkt, Schifffahrt auf der Kieler Förde, Besichtigung des Marinedenkmals stand auch Zeit zur freien Verfügung. Aber auch der Kinderchor sollte nicht zu kurz kommen. Er besuchte einige Tage später mit Vorstand Georg Wild und Dirigent Josef Theinert den Europapark in Rust. Bei der Einweihung des neuen Festplatzes am 26. Oktober 1985 auf der Gerbewies übernahm unser Verein kurzfristig in Zusammenarbeit mit der DJK die Bewirtung. Dies war gleichzeitig ein Testfall, da uns das Schützenbergareal in Zukunft nicht mehr zur Verfügung stand. Im Gedenken an die Gründung des Vereins im Jahre 1876 feierte unser Verein mit einem Festakt am 3. Mai 1986 sein 110-jähriges Bestehen im Sternensaal. Beim anschließenden Stehempfang konnte man in einer Dokumentation die Vereinsgeschichte betrachten. Bei diesem Anlaß wurde unserem 2. Vorstand Eugen Maier die Ehrennadel des Landes verliehen. Zum ersten Quellenfest Ende Juli hatte der Verein unheimliches Glück mit dem Wetter. Der neue Festplatz wurde dank Ausschmückung von den Besuchern gerne angenommen. Etwas gewöhnungsbedürftig war der Schotterrasen.
Mit einem Konzert am 25. Oktober 1986 rundete der MGV sein kleines Jubiläum ab. Dargebracht wurde ein bunter Melodienstrauß aus Opern und Operetten. Im darauf folgenden Jahr führte der zweitägige Sängerausflug nach Regensburg. Ausflugsziele waren die Wallhalla und Passau mit einer 3-Flüsse-Fahrt. Im Juli 1987 gab es einen Dirigentenwechsel. Auf Herrn Theinert folgte zum ersten Mal eine Frau als Dirigentin – Mechthild Streckfuß aus Möhringen. „Beim Stadtbummel durch Donaueschingen“, ausgestrahlt von der Deutschen Welle, leitete sie zum ersten Mal den Chor. Die Rundfunksendung wurde am 21. November 1987 übertragen. Beim Quellenfest 1988 war uns der Wettergott nicht gnädig. Die Vereinsführung beschloß, mit einem Handwerkervesper am Montag das Schlimmste zu verhindern. In der Generalversammlung am 6. März 1989 wurde Helmut Ebel für 50 Sängerjahre geehrt und erhielt als Dank eine Uhr. 1989 stand wieder ein großer Ausflug auf dem Programm. Mit der Condor flogen die Sänger von Stuttgart nach Rom, wo man im Hotel Columbia untergebracht war. Unter sachkundiger Führung von Pater Michael eroberte man die Weltstadt zu Fuß und gestaltete einen Gottesdienst in der Basilika St. Angeli. Am Pfingstsonntag besuchte man den Hauptgottesdienst im Petersdom, zelebriert vom Heiligen Vater. Nach einem Ausflug ins Hinterland ging es am 15. Mai wieder per Flugzeug zurück. Donaueschingen blickte 1989 auf ihre 1100-jährige Geschichte zurück. Beim Straßenfest zu diesen Feierlichkeiten vom 23. bis 25. Juni waren wir auf dem Max-Rieple-Platz mit ungarischen Spezialitäten vertreten. Im selben Zusammenhang wurde ein Tag des Chorgesangs abgehalten. In der Donauhalle wirkten der Akkordeonverein Wolterdingen, die Gesangvereine Pfohren und Wolterdingen, der Siedlerchor und das Ensemble Vocal aus der Partnerstadt Saverne sowie unser Verein mit.
Bei der Fasnet 1990 beim MGV-Ball im Grünen Baum ging es hoch her. Al Capone (alias Eugen Maier) mit etlichen Mafiosos war zu Besuch und beherrschten die Szene. 1990 feierte der Kinderchor sein 20-jähriges Bestehen. Beim Frühjahrskonzert wurde der Kinderchor bei seinem Auftritt durch ehemalige Sänger und Sängerinnen verstärkt. Die Männer traten zum ersten Mal mit einer neuen Uniform auf. In die Herzen der Zuhörer sang sich der Kinderchor am 12. November 1990 bei der Seniorenmodeschau mit dem Moderator Wim Thölke. Im selben Monat gab es einen Dirigentenwechsel im Verein. Frau Streckfuß schied nach dreijähriger Tätigkeit aus privaten Gründen aus. Es folgte der Musiklehrer Hubert Stinner, der bereits als Jugendchorleiter im Schwarzwaldgau-Sängerbund bekannt war. Nicht nur seine musikalischen Fähigkeiten wurden geschätzt, sondern auch die lockere Art der Probenarbeit, die gleichermaßen Jung und Alt begeistern.
Seine erste Herausforderung war die Gestaltung des Hochamts am 2. Weihnachtsfeiertag in St. Johann. Zur Aufführung kam die Turmbläsermesse. Die fünfte Jahreszeit und damit auch der MGV-Fasnachtsball fiel wegen des Golfkriegs ins Wasser. Bei der Generalversammlung am 9. März 1991 gab es in der Vorstandschaft einen Generationswechsel. Nach 24-jähriger Tätigkeit schied Eugen Maier als stellvertretender Vorsitzender aus und machte Platz für den Jungsänger Wolfgang Gut. Am 23. März war unser Verein zu Gast bei den Donaumusikanten in Gutmadingen und wirkte beim Wunschkonzert mit. Vom 26. bis 28. April machten die Sänger einen Ausflug nach Burgund. In der Nähe von Dijon bezogen die Sänger ihr Quartier in einem Château aus dem 16. Jahrhundert und wurden mit einem Fünf-Gänge-Menü bewirtet. Der Reiseweg führte durch die Côte d’Or nach Beaune, wo man das Hospiz Dieu besichtigte. Zu sehen war das älteste Altarbild „Das jüngste Gericht“ des flämischen Malers van der Weyden. Der Abendgottesdienst in der Kathedrale von Dijon wurde von den Sängern musikalisch gestaltet. Auf der Rückfahrt gab es einen längeren Aufenthalt in Belfort. Im Oktober gab der Verein ein Konzert zu Ehren Mozarts in der Aula des Fürstenberg-Gymnasiums. In Kooperation Schule-Verein, gefördert vom Land Baden-Württemberg, waren ebenfalls der Schulchor des Gymnasiums, des Vokalensemble Schwarzwald, ein Streichorchester, Mitglieder des Seminarchors Rottweil und junge Solisten beteiligt. Das Konzert war ein großer Erfolg und man entschloß sich, dieses noch einmal in Hüfingen am 23. November zu wiederholen. Von diesem Auftritt wurde eine Musikkassette angefertigt und zum Verkauf angeboten. Auch gesellige Veranstaltungen sind wichtig im Vereinsleben. So lud der Verein am 4. Januar 1992 zu einem Kameradschaftsabend im Gasthaus Adler ein. Neben den Aktiven waren auch die Frauen und Helfer des Quellenfestes eingeladen. Bei einem kalten Büfett konnten sich alle reichlich bedienen.
Am 6. Januar 1992 verstarb Ehrensänger Helmut Ebel. Mit ihm verlor der Verein nicht nur seinen ältesten aktiven Sänger sondern auch einen humorvollen Kameraden. Das Frühjahrskonzert 1992 fand in der Donauhalle statt. Der Kinderchor sang die Bettlerhochzeit von Cesar Bresgen. In Kooperation Schule-Verein agierten Kinder der Heinrich-Feurstein-Schule mit selbstgebastelten Kostümen auf der Bühne. Beim 14. Grümpelturnier der DJK stand unsere Auswahlmannschaft zum ersten Mal im Finale und mußte sich nur gegen die Dotterbind-Crew geschlagen geben. Das Quellenfest 1992 brachte Probleme mit sich, da auf dem Festplatz Wohncontainer mit Asylanten untergebracht waren. Die Vereinsführung setzte auf Integration und bereute die Entscheidung nicht. Die überwiegend jungen Männer aus dem Kosovo halfen tatkräftig mit und manche Freundschaft wurde geschlossen. Neue Errungenschaft beim 30. Sommerfest des MGV war ein Disco-Zelt für die Jugend.
In die Heimat unseres Dirigenten Hubert Stinner nach Oberbayern führte der zweitägige Ausflug mit Frauen vom 29. bis 30. August. Übernachtet wurde in Rottenbuch. Besichtigt wurde die Wallfahrtskirche in Wies und die Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau. Unter dem Motto „Wir singen gemeinsam“ waren die Stinner-Chöre nach Biberach zum Modellkonzert gefahren. Im Rahmen der Zusammenarbeit Schulchor/Laienchor, eine gemeinsame Aktion des Schwäbischen und Badischen Sängerbundes, gefördert durch das Kultusministerium sangen wir die Uraufführung der Kantate „Der singende Morgen“, komponiert von Bundes-Chormeister Peter Seeger. Eine bemerkenswerte Leistung, da wir als einzige Gruppierung des Badischen Sängerbundes auftraten. Auf Betreiben von Hubert Stinner wurden die Hüfinger Kinder- und Jugendchortage des Schwarzwaldgau-Sängerbundes ins Leben gerufen. Vom Madrigal bis zum Musical reichte das Angebot. Als Dank hatten die Kinder freien Eintritt ins Schwimmbad und zur Übernachtung stand die angrenzende Sporthalle zur Verfügung. Im November übernahm Christine Vallon die Leitung des Kinderchors. Ein seltenes Dienstjubiläum hatte der Nikolaus und sein schwarzer Begleiter (Martin Schorpp u. Wolfgang Gut). Seit 10 Jahren besuchen sie die großen und kleinen Sänger und der Nikolaus weiß auf humorvolle Art zu berichten, was das Jahr über gelaufen ist.
Die Stadt Donaueschingen wird für ca. 53000 DM den Bürgersaal im roten Rathaus renovieren und unserem Verein als Probelokal zur Verfügung stellen. Dabei ist vom MGV erhebliche Eigenleistung zu erbringen. Am 20. Dezember 1992 veranstaltete unser Verein gemeinsam mit dem Kirchenchor St. Blasius aus Aasen sein erstes geistliches Chorkonzert zur Weihnachtszeit. Es war der Beginn einer Reihe von Benefizauftritten in der Stadtkirche St. Johann, dessen Erlöse für gemeinnützige Einrichtungen gespendet werden, in diesem Fall für die Missionsarbeit von Pater Schenk auf den Philippinen.
Der tragische Tod von Dirigent Ernst Scherer am 21. Februar 1993 löste allgemein tiefe Trauer aus. Durch sein qualitatives Wirken blieb er auch bei den Sängern in guter Erinnerung. Seine Verdienste um den Chorgesang in der Region sind unumstritten. In der Mitgliederversammlung konnte der Verein eine positive Bilanz ziehen. Einzige Änderung bei den Neuwahlen war der Wechsel beim Kassier. Nach 10-jähriger Tätigkeit gab Hans Rosenstiel sein Amt an Fritz Lauble ab.
Für Schlagzeilen sorgte unser Kinderchor mit der Cowboy-Kantate beim Auftritt auf der Internationalen Gartenschau in Stuttgart im Mai.
Auch 1993 stand wieder ein großer Ausflug auf dem Programm. Die Sänger verbrachten drei schöne Tage in Köln. Mit dem EC-Zug erfolgte die Anreise, wo man mit wenigen Schritten über den Domplatz zum REMA-Hotel Europa gelangte. Neben einer Stadtrundfahrt und einer Panoramafahrt auf dem Rhein stand auch genügend Zeit zur Verfügung, um die Kölner Kneipen zu besuchen. Auf der Rückfahrt gab es einen Sonderhalt in St. Goar. Dort ging es mit dem Rheindampfer stromaufwärts vorbei an der Loreley nach Bingen. Zurück brachte uns der IC bzw. der Inter-Regio nach Donaueschingen.
Am 9. Juni 1993 verstarb Sängerkamerad Hugo Oschwald. Er hinterläßt im 1. Bass eine große Lücke. Mit einem Bürgerfest im Juli feierte Donaueschingen die Ernennung zur großen Kreisstadt. „Bürger und Polizei singen und musizieren gemeinsam“. So präsentierten sich der Polizeichor Bruchsal, unser Kinderchor und das Polizeimusikcorps Baden-Württemberg dem Publikum im Oktober. Unserem Dirigenten Hubert Stinner gelang es, daß Donaueschingen Austragungsort für ein Modellkonzert wurde. Mit viel Aufwand wurde von ihm die moderne Komposition „Ahlenberg“ des hiesigen Musikers Brent McCall einstudiert und am 29. Oktober 1993 uraufgeführt. Viel zu jung verstarb im November unser aktives Mitglied Josef Maier. Nur 58 Jahre wurde unser beliebter Maier-Schmied.
Ende 1993 wurde von Hubert Stinner der Kammerchor gegründet. Es folgte eine enge Zusammenarbeit mit dem MGV und dieser qualifizierten Singgemeinschaft. Auch unser Kinderchor beteiligte sich an der bundesweiten Gemeinschaftsaktion „Chöre für Care – Singen für den Frieden“ und unterstützten mit Weihnachtsliedern Projekte in Osteuropa. Die Einnahmen aus dem Benefizkonzert am 4. Adventssonntag, gemeinsam mit dem Kammerchor und dem Vocalensemble aufgeführt, wurde dem Arbeitskreis „Brücke nach Peru“ für die Erweiterung einer Großbäckerei gespendet. Ende 1993 konnte der Gesangverein das neue Probelokal beziehen. Zum Abschluß der Umzugsarbeiten wurde der 8 Zentner schwere Flügel mit einem Gabelstapler maßgerecht an seinen neuen Standort befördert. Nachdem das Weihnachtskonzert auf große Resonanz gestoßen war, entschlossen sich die beteiligten Chöre, davon eine Compact-Disc anfertigen zu lassen. 23 Lieder, Solos, Orgelmusik und das Glockengeläut von St. Johann wurden aufgenommen.
Bei der Landesgartenschau in Bad Dürrheim am 8. Mai 1994 wurde das kulturelle Angebot von der Stadt Donaueschingen gestellt. Abwechselnd waren Musikkapellen, Trachtenverein und auch der Gesangverein zu hören und zu sehen. Am Sonntagmorgen, den 17. Mai wurde der im neuen Glanz erstrahlende Bürgersaal durch OB Everke feierlich seiner Bestimmung übergeben. Es ist nicht nur alte und neue Heimat für den MGV und den Fotoclub, sondern beherbergt auch die Landfrauen und die Frauengemeinschaft. Dafür hat unser Verein rund 400 Arbeitsstunden und ca. 3000 DM investiert. In diesem würdigen Rahmen wurde Hans Rosenstiel die Ehrennadel des Landes verliehen. Im Anschluß an das offizielle Programm hatte die Vereinsführung einen Imbiß organisiert.
Über Pfingsten war Berlin Ziel unseres Ausflugs im Jahre 1994. Die An- bzw. Rückreise erfolgte mit der Bahn. Dazwischen gab es ein sorgfältig ausgearbeitetes Programm. Geboten wurden eine Stadtrundfahrt, Besuch des Pergamonmuseums, Blick vom 365 Meter hohen Fernsehturm, Abstecher nach Potsdam mit Schloß Sanssouci und eine Schifffahrt auf dem Wannsee. Einhellig war die Meinung: Berlin ist eine Reise wert. Zu einem geselligen Abend im Kreise der Sängerfamilie hatte die Vorstandschaft auch die Quellenfesthelfer im Juni ins schön gelegene Maria Wald bei Mistelbrunn geladen. Bei Unterhaltung, Speis und Trank ließ man es sich gut gehen. Selbstverständlich war für Übernachtungsmöglichkeiten gesorgt.
200 junge Stimmen vereinte Hubert Stinner beim Chorkonzert am 11. Juni und machte damit die Aula des Fürstenberg-Gymnasiums zum Sängerforum. Beim Quellenfest 1994 konnte der Verein einen absoluten Rekordansturm verzeichnen. Eröffnet wurden die 2. Hüfinger Kinder- und Jugendchortage mit der imposanten Aufführung von „Carmina Burana“ von Carl Orff. Bei den Kindern stand die Kantate „Max und Moritz“ mit gespielten Szenen durch die Theatergruppe im Vordergrund. Als Dank gab es ein Abendessen mit anschließender Disco im Hallenbad. Beim Weihnachtskonzert waren neben den gewohnten Gesangsgruppen auch das Bläserquintett St. Marien aus Fürstenberg einbezogen. Der Erlös von 5500 DM wurde diesmal zur Sanierung der „Ölberg-Grotte“ am Fuße der Stadtkirche zur Verfügung gestellt.
Auch 1995 ging der Verein auf Reisen. Gemeinsam mit den Frauen und Helfern führte die Busfahrt am 6. Mai nach Würzburg. Zwischenstation war das sogenannte Kleinod des Mittelalters, die Altstadt von Rothenburg ob der Tauber. Die Reisegesellschaft war im Hotel- und Kongress-Zentrum „Maritim“ untergebracht, wo zum Abendessen ein fränkisches Büfett bereitstand. Nach einer Stadtführung zu Fuß ging es am Sonntag mit dem Schiff mainaufwärts nach Ochsenfurt. Dort bestieg man den Bus Richtung Heimat. Abschluß des gelungenen Ausflugs feierte man im Gasthaus Adler. Im Frühjahr gab der Verein zum 25-jährigen Bestehen der Chorjugend ein Konzert. Dirigent Hubert Stinner hatte ein anspruchsvolles Programm zusammengestellt. Die Kinder präsentierten sich mit der Rock-Oper „Tabaluga oder die Reise zur Vernunft“ von Peter Maffay. Kulisse und gespielte Einlagen lockerten den gelungenen Auftritt optisch auf. Im Gedenken an den 100. Geburtstag von Carl Orff widmeten die Chöre um Hubert Stinner ein Konzert am 8. und 9. Juli 1995. Geboten wurde die imposante Aufführung seines Lebenswerkes „Carmina Burana“ und „Catulli Carmina“ in der Stadthalle in Hüfingen.
Der alte Farrenstall wurde verkauft und zum Wohngebäude umgebaut. Damit verliert der Verein seine Unterstellmöglichkeit für die Quellenfest-Utensilien. Vorübergehend wurde eine Bleibe bei der ZG gefunden. Am Samstag, den 11. November 1995 stellte sich der Männergesangverein einer besonderen Herausforderung und trat beim Chorwettbewerb des badischen Sängerbundes in der Leistungsstufe II an. Dabei wurden das Pflichtstück „Räuberquartett“ von Franz Schubert, das selbstgewählte Chorwerk „Der Tambour“ von Hugo Distler und als Volkslied „Der Lindenbaum“ von Friedrich Silcher auswendig vorgetragen. Die nach sehr strengen Kriterien wertende Jury achtete auf Klangfülle, Dynamik und saubere Intonation. Als einziger Chor des rund 60 Vereine umfassenden Schwarzwaldgau-Sängerbundes erhielt unser Verein für sechs Jahre das Prädikat „Konzertchor“. Für diese außergewöhnliche Leistung belohnte der Nikolaus unseren Dirigenten mit der goldenen Stimmgabel. „Chöre singen für Afrika“ unter diesem Motto stand das bereits traditionelle Weihnachtskonzert 1995.
Neben Kammerchor, Vokalensemble, Schulchor und MGV wirkte erneut das Bläserqintett St. Marien aus Fürstenberg an der Programmgestaltung mit. Mit den Vorträgen „Der Herr ist mein Hirt“ und „Als ich bei meinen Schafen wacht“ sorgte der Verein für einen effektvollen Hörgenuß. Beim Vereinsempfang am 3. Februar 1996 ehrte die Stadt Donaueschingen unseren Verein für hervorragende Leistungen im kulturellen Bereich mit einer Urkunde. 1996 konnte der Verein auf 120 Jahre Vereinsgeschichte zurückblicken. Im eher familiär gehaltenen Festakt wurden den geladenen Gästen auch die drei Lieder aus dem Wettbewerb vorgesungen. Vier Sänger, Heiner Haiz, Robert Fritschi, Eugen Maier und Konrad Limberger konnten in diesem würdigen Rahmen für je 50 aktive Sängerjahre im MGV ausgezeichnet werden. Gleichzeitig wurden die neu angeschafften Westen vorgestellt. Im Anschluß an den offiziellen Teil wurde ein reichhaltiges Büfett gereicht. Ein musikalischer Höhepunkt war sicher die Uraufführung der von Hubert Stinner speziell für die Internationale musische Tagung (IMTA) komponierte „Missa Brigobannensis“ mit Instrumentalbegleitung. 200 Aktive füllten am 10. Juni den Altarraum der Hüfinger Stadtkirche St. Verena und nach dem gelungenen Konzert wollte der Beifall nicht enden.
Die 10. Auflage des Quellenfestes bescherte den Sängern kein optimales Wetter, so daß der Montag angehängt wurde. Auch die 3. Hüfinger Kinder- und Jugendchortage hatten großen Zulauf. Der Kammerchor mit Verstärkung einiger Sänger sang zum ersten Mal das aus der Feder von Hubert Stinner stammende Chorwerk „Magnifikat“. Zu diesem Anlaß wurde ein Liederbuch für Kinder vorgestellt, mit Texten von Christian Morgenstern, vertont durch Hubert Stinner.
Am 5. Dezember 1996 wurde die „Allmendshofener Chorjugend“ als eigenständiger Verein ins Leben gerufen. Der Verein gilt als Auffangbecken für die rund 50 Jugend- bzw. Kinderchormitglieder. Selbstverständlich wird sich der neue Verein eng an den MGV anschließen, der auch für den Neuling die Patenschaft übernommen hat. Zum ersten Vorsitzenden wurde der Pädagoge Egon Jehle, zum Stellvertreter und Schriftführer Ulrich Kohout gewählt. Die Kasse verwaltet in Doppelfunktion Fritz Lauble.
Selbstverständlich fand auch 1996 an Weihnachten wieder ein Benefizkonzert statt. Abwechslung brachte sicher das 25-köpfige Mundharmonikaorchester aus Donaueschingen und Balingen ins Programm. Der Reinerlös wurde für eine Krankenpflegestation in Moyombamba im Norden Perus gestiftet.
Die Auflösung des Allmendshofener Löschzuges im Frühjahr 1997 warf die Frage auf, was mit dem nicht mehr benötigten Spritzenschopf geschehen soll. Die Vereinsführung verhandelte mit der Stadtverwaltung und es gelang ihr, das Gebäude für unser Inventar käuflich zu erwerben.
In der Mitgliederversammlung 1997 zeichnete sich eine Veränderung in der Vorstandschaft ab. Georg Wild stellte sich ein letztes Mal zur Wahl des 1. Vorsitzenden. Einen Wechsel gab es beim Stellvertreter mit Martin Schorpp und das frei werdende Amt des Schriftführers übernahm Walter Limberger.
In der Aula des Fürstenberg-Gymnasiums fand am 19. April ein deutsch-französischer Liederabend statt. Anstoß zu diesem kulturellen Angebot kam aus dem langjährigen Schüleraustausch mit der Stadt Millau. In einen freundschaftlichen Wettstreit traten die Stinner-Chöre mit dem „Trio Valentin”. Besonders gefiel dem Publikum der Ohrwurm „Oh, Champs-Élysées“ aus dem abwechslungsreichen und niveauvollen Programm. Daß sich die Auftritte des MGV nicht nur auf die Region beschränken, bewies der Verein bei der Teilnahme an der Aufführung der Hüfinger Messe in der ehemaligen Klosterkirche Weißenau bei Ravensburg.
In einer Feierstunde am 28. Juni 1997 übergab Oberbürgermeister Everke offiziell den Schlüssel des Feuerwehrgerätehauses an unseren Vorsitzenden Georg Wild. Dieser bedankte sich beim OB, der sich in diesem besonderen Fall für den MGV eingesetzt hatte. Im Anschluß wurden die Gäste im schön dekorierten Neuerwerb bewirtet. Eine zauberhafte Kulisse bot der Klosterhof für das Konzert beim MGV Öhningen, der Heimat unseres Sängerkameraden Peter Leutze. Viel Beifall erhielten unsere Vorträge wie der „Gondelfahrer” und andere, aber auch der Gastgeber und ein Männerchor aus der angrenzenden Schweiz wurden mit Applaus belohnt. Das Herbstkonzert stand im Gedenken an den 200. Geburtstag von Franz Schubert. Daneben gab es auch Melodien von Heinz Lemmermann durch den Schul- und Kinderchor sowie Modernes von Andrew Lloyd Webber vorgetragen vom Vokalensemble. An diesem Konzert wurden für je 50 Jahre Sängertreue zum Verein Eugen Gut, Alfred Fritschi und Albert Preis mit einer goldenen Taschenuhr geehrt. Überrascht wurde Georg Wild von der Verleihung der Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg durch Bürgermeisterstellvertreter Ernst Keller für seinen ehrenamtlichen Einsatz.
Auch 1997 stimmte der Verein mit einem Benefizkonzert die Zuhörer auf die Weihnachtszeit ein. Als Gastchor wirkte der Kirchenchor St. Martin aus Freiburg-Hochdorf mit. Die Einnahmen wurden für die dringend notwendige Innenrenovierung der Stadtkirche St. Johann zur Verfügung gestellt. Am 2. Weihnachtsfeiertag wurde auch den Donaueschinger Kirchenbesuchern die Hüfinger Messe vorgetragen.
1998 verzeichnete der MGV-Ball einen Rekordansturm. Im Zirkus „Larifari” waren auch die Hans-Heini-Narros mit ihrem Ziehvater Rudi Schlatter von der Partie. Selbstverständlich überbrachte unser Verein musikalische Glückwünsche zum 75. Bestehen der DJK Donaueschingen. Beim Festbankett am 27. März erinnerte Georg Wild in seinen Grußworten an die vielen Gemeinsamkeiten und überreichte ein Geschenk. Gemeinsam mit den Sängerfrauen und Quellenfesthelfern besuchte man am Samstag, 9. Mai die Partnerstadt Saverne. Nach einer kurzen Stadtführung gab es einen Empfang im Schloß Rohan. Dabei wurden sowohl von uns als auch vom gemischten Chor aus Saverne einige Lieder gesungen. Nach einem gemeinsamen Mittagessen und einem Abstecher zum bekannten Ausflugsziel Haut-Barr trat man die Rückreise an.
Auf ihrer Reise durch Deutschland machte der Studentenchor aus Tokio auch in Donaueschingen Halt, um bei ihren Gastfamilien Weihnachten mitzuerleben. Dabei beteiligte sich der Chor auch an unserem Weihnachtskonzert. Neben zwei heimischen Liedern wurden von den rund 25 jungen Männern auch eine lateinische Messe des spanischen Komponisten Luis Victoria vorgetragen. Die Eintrittsgelder von 6000 DM wurden an den Förderverein für krebskranke Kinder e.V. in Freiburg übergeben.
Nach 16-jähriger Tätigkeit als 1. Vorstand gab Georg Wild sein Amt in jüngere Hände. In der Mitgliederversammlung am 13. März 1999 wurde Martin Schorpp einstimmig zu seinem Nachfolger gewählt. Sein Stellvertreter wurde Bernhard Preis. In einem Rückblick zeigte der neue Vorsitzende die zahlreichen Meilensteine seines Vorgängers auf. Er kündigte an, ihm zu Ehren eine eigene Feier zu widmen.
Diese fand in Form einer Matinee am Sonntagmorgen, den 16. Mai im Bürgersaal in Allmendshofen statt. Nach einigen Liedvorträgen würdigte Martin Schorpp die Verdienste von Georg Wild und ernannte ihn zum Ehrenvorsitzenden. Damit er die freie Zeit in Ruhe genießen kann, schenkte ihm der Verein eine geschnitzte Sitzbank. Seine Ehefrau wurde mit einem Blumengebinde bedacht. Egon Jehle, als Vertreter der Chorjugend schloß sich den Dankesworten seines Vorredners an und hielt einen passenden Fußschemel für ihn bereit. Aber auch die DJK, der Kammerchor der Baar, die Stadtverwaltung und die katholische Pfarrgemeinde sprachen Georg Wild ihren Dank für die gute Zusammenarbeit aus. In einer Bildwand waren alle wichtigen Ereignisse seiner Amtszeit festgehalten. Zum Abschluß der familiär gehaltenen Ehrung wurde ein Imbiß gereicht. Das Quellenfest bescherte dem neuen Vorstand schönes Wetter und damit auch einen finanziellen Erfolg.
„Der Männergesangverein an der Schwelle des neuen Jahrtausends“. Unter diesem Thema lud der Verein zu einem Herbstkonzert. Dirigent Hubert Stinner hatte neben Jugend- und Schülerchor auch den Kammerchor in das anspruchsvolle Programm eingebunden. Eine Abwechslung brachte der Auftritt der „Comedian Harmonists“ des Vokalensembles. In diesem würdigen Rahmen wurde Sänger und Vizechorleiter Arno Oesterlein für 50 Jahre Sängertreue vom badischen Sängerbund geehrt. Bereits zur Tradition geworden ist die gesangliche Umrahmung beim Gräberbesuch an Allerheiligen. Dabei legt die Vorstandschaft im Gedenken an die Verstorbenen einen Kranz am Ehrenmal nieder.
Das Weihnachtskonzert 1999 wurde den Erdbebenopfern in der Türkei gewidmet. Der Reinerlös wurde für den Bau eines Waisenhauses in Gölcük gespendet, für das die Stadt Bad Dürrheim die Patenschaft übernommen hat. Gemeinsam begrüßte die Sängerfamilie das neue Millenium im festlich geschmückten Probelokal. Neben einem kalten Büfett gab es auch humorvolle Einlagen und lustige Spiele. Nach dem Anstoßen auf das neue Jahrtausend und Begrüßung durch Böller und Feuerwerk wurde noch bis in die frühen Morgenstunden gefeiert.
Rechtzeitig zur Fasnachtszeit hat Georg Wild den Allmendshofener Narrenspiegel herausgebracht. Darin ist Amüsantes aus 25 Jahren zusammengetragen und mancher Sänger findet sich in der alphabetischen Auflistung wieder. Der erlebnisreiche Sängerausflug vom 21. bis 23. April 2000 führte in die bayrische Landeshauptstadt München. Angeboten wurde eine Stadtrundfahrt mit Abstecher zum Schloß Nymphenburg, Besuch des Bavaria-Filmgeländes, ein folkloristischer Abend im Hofbräuhaus und die Teilnahme am Fußballspiel München 1860 gegen den VfB Stuttgart sowie ein Frühschoppen im zweitgrößten Biergarten Münchens. Auf der Rückfahrt machte man Station um die Mittagszeit in Herrsching am Ammersee. Bei herrlichem Sommerwetter erlebten die Sänger zwei schöne Tage.
Im Jahr 2000 konnte unser Patenverein „Harmonie“ Pfohren auf 75 Jahre Vereinsgeschichte zurückblicken. Der Männergesangverein Allmendshofen überbrachte beim Festbankett am 26. Mai seine musikalischen Glückwünsche. Einige der älteren Sänger beider Vereine konnten sich noch an die Fahnenweihe 1950 erinnern, wo man beim Festumzug vor dem plötzlich einsetzenden Gewitter in die umliegenden Gastwirtschaften flüchten mußte.
Auf unserem Quellenfest am 8. Juli war der SWR mit dem „Volkstümlichen Notenexpress” zu Gast. Trotz wolkenverhangenem Himmel und kühlen Temperaturen waren zahlreiche Zuschauer gekommen, um die „Schäfer“, das „Alpen-Trio“, Teddy Parker und die „Wiener Walzerengel“ hautnah mitzuerleben.
Ein musikalischer Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war sicher die “Schubertiade” am 11. November in der Festhalle in Hüfingen und einen Tag darauf in der Klosterkirche Alpirsbach. Das Streichquartett aus Alpirsbach, der Kammerchor und der MGV boten einen Querschnitt aus den reichhaltigen Kompositionen des allzufrüh verstorbenen Genies. Zum Schluß erklang gemeinsam das „Sanctus” aus der deutschen Messe. Um beim Weihnachtskonzert die böhmische Messe aufführen zu können, bildete Dirigent Hubert Stinner einen Projektchor aus 35 sangesfreudigen Frauen. Bereits nach den Sommerferien begann er mit diesem die Probenarbeit. Unterstützt durch den Kammerchor wurde die von Jan Jakub Ryba komponierte Hirtenmesse ein voller Erfolg. Der Erlös aus dem Konzert wurde wie bereits in den vergangenen Jahren einer bedürftigen Einrichtung, in diesem Fall der „Interessengemeinschaft Multiple Sklerose Erkrankter” Donaueschingen übergeben.
Um unser 125-jähriges Jubiläum gebührend zu feiern sind einige Veranstaltungen vorgesehen, die in der Mitgliederversammlung 2001 bekanntgegeben wurden. Mit einem versierten und ideenreichen Dirigenten Hubert Stinner, einer jungen dynamischen Vorstandschaft sowie 65 motivierten Sängern und einer Vielzahl passiver Förderer kann der Verein beruhigt in die Zukunft blicken.
An dieser Stelle möchten wir uns bei allen bedanken, die durch Bilder, Hinweise usw. zum Gelingen dieser Festschrift beigetragen haben. Besonderen Dank gilt unserem Schriftführer Walter Limberger für die optische Aufmachung und den Druck.
MGV 1876 Allmendshofen e.V.